Hermode Tuning

Die HMT Funktion

Die Stimmung von Hermode Tuning  ist nicht statisch, sondern dynamisch. Sie passt sich selbsttätig an, je nach dem Verlauf der Musik. Das hat folgenden Grund:

Quint- und Terzintervalle sollten nach bestimmten idealen Frequenzverhältnissen gestimmt sein. Die Quinte im Frequenzverhältnis 3 : 2, die große Terz im Frequenzverhältnis 5 : 4. Insbesondere Dur-Dreiklänge klingen dann sehr stark und überzeugend. Dazu müssen aber die Frequenzen zu bestimmten Positionen gesteuert werden.

Akkord Positionierung durch HMT

Die waagerechte Linie stellt das Niveau der temperierten Stimmung dar. Bei reiner Stimmung positioniert der HMT-Modus die Frequenzen teilweise höher, teilweise tiefer. Die Zahlenwerte zeigen in Cents an, um wie viel tiefer oder höher die Position als bei temperierter Stimmung ist (Ein temperierter Halbton umfasst 100 Cents).
In guten Orchestern passen sich die Instrumentalisten per Gehör gegenseitig an, damit die verschiedenen Töne eines Akkordes möglichst rein zueinander stimmen. So ähnlich macht es Hermode Tuning auch. Nur benutzt es dazu nicht seine Ohren, sondern einen intelligenten Programmbestandteil innerhalb des Betriebssystems, eben die HMT-Funktion (Hermode Tuning).

HMT Modi

- HMT tonal stimmt verschiedene Tonarten unterschiedlich rein, bietet also eine Art „Tonartcharakter“. Wenn Sie nur auf den weißen Tasten spielen, wird über kurz oder lang entschieden, dass C-Dur im Mittelpunkt steht und diese Tonart relativ rein dargeboten, ein unmittelbar eingeflochtener Ab-Dur-Akkord dagegen etwas unreiner (aber immer noch besser als gleichstufig temperiert). Bleiben Sie nun in Ab-Dur, so wird diese Tonart nach kurzer Zeit zur reinsten erklärt. Wenn Sie polyphone Musik lieben, ist das ein sehr passender und angenehm klingender Modus, der außerdem mit sehr geringen Umstimmwerten arbeitet.

- HMT 3/5 erzeugt Terzen und Quinten mit hohem Reinheitsgrad. In kritischen Fällen wird jedoch die Reinheit etwas zurückgenommen zugunsten möglichst unhörbarer Umstimmungen.

- HMT 3/5ref arbeitet wie HMT3/5, jedoch kompromissloser. Deswegen ist es auch nur mit einem Reinheitsgrad von 100% sinnvoll, als Referenzstimmung.

- HMT 3/5/7 bietet zusätzlich zu Terzen- und Quintenreinheit noch die sogenannte „Naturseptime“ in Dur-Sept-Akkorden. Beispielsweise das Intervall G-F in den Akkorden G-H-F oder G-H-D-F oder G-H-D-F-A. Bei Musik, in der solche Akkorde als Haltepunkte vorkommen, klingt dieser Modus sehr schön. Er ist allerdings manchmal mit starken Umstimmungen verbunden, da die Naturseptime ungefähr 1/3 Halbton tiefer gestimmt als temperiert ist. Das folgende Diagramm zeigt die entsprechenden Frequenzpositionen eines Dur-Sept-Akkordes:

Frequenzpositionen des G Dur-Sept-Akkordes

HMT Grad (Depth)

Eine hohe Reinheit ist jedoch nicht alles. Wichtig ist auch, dass die Umstimmungen möglichst unhörbar ablaufen und dass das Resultat kompatibel zu der üblichen gleichstufigen Stimmung ist. Da man nicht alle Forderungen gleichzeitig optimal erfüllen kann, lassen sich bei der HMT-Funktion verschiedene „Modes“ und diese wiederum in verschiedenen Reinheitsgraden zwischen 100% (maximaler Aussteuerung) und 0% (gleichstufiger Stimmung) anwählen. Auch praktische Gründe sprechen dafür. Im Zusammenspiel mit gleichstufig gestimmten Instrumenten klingt ein Reinheitsgrad von ungefähr 70% sehr angenehm. Das folgende Diagramm zeigt Frequenzpositionen bei unterschiedlicher Reinheitsvorwahl.
Sie sehen hier Unterschiedliche Reinheitsstufen am Beispiel eines C-Dur-Akkordes. Die Variante „0%“ stimmt mitder konventionellen temperierten Stimmung überein.

HMT Grad (Depth) in %

 

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aktualisiert: 20.11.2008